Will man eine ungewöhnliche Sportart erfinden, nimmt man einen beliebigen, aber möglichst kuriosen Gegenstand und kreiert einen Wettkampf rund um sein Werfen. Weltweit gibt es zahlreiche Wettbewerbe dieser Art und haben oft einen sehr lokalen und geschichtlichen Hintergrund.

Black-Pudding-Werfen

Beim Black-Pudding-Werfen geht es nicht um weites Werfen, sondern um Zielsicherheit. Teilnehmer müssen mit drei Black-Puddings (Blutwürste aus Schweineblut, Zwiebeln und Hafer) möglichst viele Yorkshire-Puddings (kleine Backwerke) von einem über sieben Meter hohen Turm herunterschleudern. Das Spektakel zieht jedes Jahr im September tausende Touristen nach Ramsbottom, Lancashire. Der Legende nach geht dieser Brauch auf die Rosenkriege im Jahr 1455 zurück: Während einer Schlacht sei beiden Seiten die Munition ausgegangen. Und so flogen statt Kugeln Blutwürste aus Lancashire und Yorkshire-Puddings aus Yorkshire durch die Straßen.

Thunfischwurf

Der Thunfischwurf findet seit 1979 jährlich auf dem Tunarama-Festival in Port Lincoln, Australien statt und soll die Geschichte der Seefahrt und lokalen Fischindustrie feiern, die der Stadt ihren Wohlstand gebracht hat. Denn das kleine Küstenstädtchen hat die größte Fischwirtschaft des Landes.

Beim Thunfischwurf muss der Fisch so weit wie möglich geworfen werden. Die erfolgreichsten Teilnehmer verwenden dafür eine Hammerwurftechnik, bei der der Fisch vor dem Abwerfen mehrmals drehend geschleudert wird, der Rekord liegt bei fast vierzig Metern. Für den Wettbewerb werden aber heute keine Fische mehr getötet. In den Vorentscheiden werden gewichtete Plastikfische geworfen, im Finale etwa zehn Kilo schwere Blauflossen-Thunfische, die auf natürliche Weise gestorben sind.

Handy-Weitwurf

Der Handy-Weitwurf ist eine Weltmeisterschaft, die seit 2000 in Finnland ausgetragen wird. Es gibt mehrere Kategorien, bei denen Wurfweite oder -technik beurteilt werden.

Beliebt ist dieser Wettkampf aus zwei Gründen: Zum einem lässt sich so der Frust über technische Geräte abbauen, zum anderen setzt der Wettkampf ein Zeichen gegen Technikmüll und für Recycling. Viele Alt-Handys landen in den Flüssen und Seen. Deswegen wird die Veranstaltung zugunsten von Recycling-Aktionen gesponsert. Auch die Teilnehmer dürfen keine eigenen Handys mitnehmen, sondern suchen sich vor Ort ein beliebiges Alt-Mobiltelefon aus.